...aus meinem Leben...
Gegen fünf Uhr erwachte ich und stellte fest, dass ich
offensichtlich ausgeschlafen hatte. Nicht weiter verwunderlich in Anbetracht
der Tatsache, dass ich am vergangenen Abend gegen 21.30 Uhr meine Schlafstätte
aufgesucht hatte.
Ich lag also da und überlegte, was ich wohl noch bis 5.53 Uhr
tun sollte, da erst dann der Wecker das Signal zum Start in den Tag geben
würde. Da blieb nur, mich um und um zu drehen und darauf zu warten, dass er mich weckt...
Wie immer stieg ich, als es so weit war, aus meinem Bett.
Die morgendlichen Verrichtungen verliefen mit der gleichen Präzision und
Geschwindigkeit ab wie an jedem Wochentag.
Auf dem Weg zur Arbeit erzählten mir die Menschen im Radio
etwas von Regen und warmen Temperaturen, doch ich hörte nur mit einem Ohr zu.
Kurz vor der Einfahrt zu meiner Arbeitsstelle ergab sich
eine dramatische Situation! Mitten im frühmorgendlichen Berufsverkehr meinte
ein kleines Eichhörnchen, dass es dringend die Straße überqueren müsse. Bis zur
Ampel war es ihm wohl zu weit, es tat das sofort! Mit einer galanten
Vollbremsung schaffte ich es, dass auch das Eichhörnchen den heutigen Tag weiter
erleben konnte.
Als ich im Gelände an einem Wildentenpaar vorbeilief, strafte
mich dieses mit Nichtachtung. Hatte sich der Eichhörnchenvorfall schon bis
hierher herumgesprochen? Wurde ich etwa als Schuldige abgestempelt? Ich hatte
doch gar nicht.... Ihre Ignoranz gegenüber meiner Person war jedenfalls nicht
zu übersehen!
Nichtsdestotrotz schmeckte mir der Morgenkaffee ganz gut,
wäre mir aber fast im Hals stecken geblieben, als mir einfiel, daß heute die
Mitgliederversammlung des Fördervereines ist, die ich zu leiten
hatte. Die Vorbereitung derselben mußte dringend noch vollendet werden.... Also
schnell ab an den Computer und los gings. Es blieb nicht viel Zeit, da ich auch
heute wieder den kleinen Jungen mit dem Taxi in die Schule schaffen würde wie
jeden Tag in dieser Woche.
Auch heute wieder - wie an jedem Tag dieser Woche und zum
ca. 5000sten Mal nachfragen des Kleinen, den ich seit einigen Tagen auf der
Fahrt in seine Heimatschule begleite, ob denn heute ein Gewitter komme -
antwortete ich ihm ruhig, daß ich das nicht weiß. Und das tat ich auf dem Weg
noch ein paar Mal....
In der Schule angekommen, gab ich den Jungen in seiner
Klasse ab, sah die nicht gerade Begeisterung ausdrückenden Gesichter der
Lehrerinnen, ignorierte diese aber und wünschte allen mit einem außerordentlich
freundlichen Lächeln einen guten Tag!
Wieder an meinem Schreibtisch sitzend wühlte ich mich durch die
diversen Papiere, die meinen Schreibtisch zierten, versuchte, teilweise
vergeblich, teilweise erfolgreich, irgendwelche Mitarbeiter in irgendwelchen Ämtern
zu erreichen, die offensichtlich nicht alle Lust hatten, mit mir zu kommunizieren.
Schon war es um elf, der Berg Papiere nicht wesentlich
kleiner geworden, da ging es wieder ab in die Schule, den Jungen abholen.
Dort
angekommen geschah es, dass ich beim Erklimmen der Treppe etwas die Kontrolle
über meine Beine und Füße verlor. Nur mit einem formvollendeten Ausfallschritt
gelang es mir, einen Sturz vor allen dort Anwesenden zu verhindern. Die
Lehrerinnen waren, welch eine Überraschung, viel besser gelaunt als noch früh
und es gab sogar ein Lob für das kleine Kerlchen! Die Rückfahrt war geprägt von
seinen Fragen nach einem eventuell ausbrechendem Gewitter....ob oder ob
nicht......
Froh, wieder zurück am Schreibtisch zu sein, genehmigte ich
mir dann ein Mittagessen im Speisesaal. Dieses war geprägt von schnellen Schlingbewegungen.
Der Gedanke an den Schreibtisch und die sich auf ihm befindlichen Papiere und
die anstehende Versammlung ließen ein ruhiges Essen nicht zu.
Auf dem Rückweg stellte sich mir wieder eine Treppe in den Weg. Völlig
überrascht gelang es mir nicht mehr, gesittet einen Fuß vor den anderen zu setzen.
Mein Knie nahm daraufhin Kontakt mit einer der Treppenstufen auf – kurzes Geplänkel
– Trennung. Kurze Kontrolle -> Hose noch ganz, alles im grünen Bereich.
Der dann von mir mit in mein Zimmer genommene Mittagskaffee
meinte, daß er doch mal die weite Welt erkunden könnte und sich ausleben
möchte. Dies tat er dann, indem er sich auf meinem Schreibtisch ausbreitete.
Dies gelang ihm zum Teil recht gut. Flexibel und beweglich wie ich auch sein
kann, gelang es mir in einer waghalsigen Aktion, die wichtigsten Papiere vor
dem Zusammentreffen mit dem Kaffee zu retten....
Nachdem ein Teil erledigt
war, stand die Versammlung an. Wie schon seit einigen Jahren gelang es den
Mitgliedern nicht, vollständig zu erscheinen bzw. wenigstens die
Beschlussfähigkeit zu erlangen. So erübrigte sich die Fortsetzung bzw. Durchführung
der Versammlung überhaupt…
Auf Grund des Tagesverlaufes und vorher angefallener Überstunden
genehmigte ich mir einen vorgezogenen Arbeitsschluss. Die Arbeit würde mir nicht
weglaufen.
Aus mir unerfindlichen Gründen floss der Verkehr in der Stadt
nur sehr zäh, doch das konnte mich nicht schocken! Der Himmel sah gut aus,
Regen war nicht in Sicht, also schnell nach Hause und ab auf den Balkon in den
Liegestuhl unter den Sonnenschirm und erholen. Das war Plan A. Da noch diverse
Wäsche auf ihren Gang in die Maschine wartete, verhalf ich dieser zu einem
erfrischenden Bad.
Mittlerweile war es nach halb vier. Zum Erholen ist es nie
zu spät! Also raus auf den Balkon, auf dem Liegestuhl lang gemacht und Augen zu!
Plötzlich gewitterte es! Für mich völlig aus heiterem Himmel,
denn beim Schließen der Augen war er noch heiter und wolkenlos gewesen, der Himmel.
Das war vor einer Stunde... Zwischenzeitlich hatte er es sich offensichtlich anders
überlegt. Grummelwolken zogen auf, es wurde dunkler.... Also packte ich alles zusammen
und brachte es in Sicherheit. Das war dann Plan B...
Nach einer Runde lesen war dann auch die Maschine fertig mit
ihrer Wäscherei, die Wäsche konnte auf die Leine. Vorher musste die andere
natürlich abgenommen werden. Dieses Mal funktionierte der Plan.
Dann ab an den Computer, Infos holen.
Hunger. Also Abendbrot machen. Wieso ist der Käse schlecht,
wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum erst morgen abläuft? Wieder war Flexibilität
gefragt. Ich kann alles, außer Slalom fahren. Also gelang es mir auch, etwas essbares zu zaubern und ich
konnte mich nach dem Verspeisen desselben wieder an den Computer setzen, um Mails zu
beantworten.
Und während ich jetzt so davor sitze und die Tastatur
drangsaliere, gießt es draußen wie aus Kannen! Gut für die Wäsche! Regen
beschleunigt unheimlich den Trockenvorgang! :-( Es ertönt ein Donnergrollen nach
dem anderen. Das wiederum bietet doch Gesprächsstoff für die morgige Fahrt mit dem
kleinen Kerlchen in die Schule....... ;-)
Grinsende Grüßels von Anneke
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