Donnerstag, 25. Juni 2015

Ausflug nach Deutschland...

…oder anders gesagt "Kurzzeitiges Betreten von deutschem Boden" ;-)

Da es mir wie Rotköpfchen geht (Die Geschichte findet Ihr hier), stand gestern ein Besuch in der Deutschen Botschaft an.
Ich kontrollierte am Abend vorher, ob ich alle geforderten Unterlagen zusammen habe und verstaute diese in einer Hülle. Schließlich wollte ich nicht noch einmal nach Stockholm fahren müssen.
Und gestern ging es dann auf in die Hauptstadt! Der große Mitbewohner begleitete mich….vonwegen des Findens der Botschaft und überhaupt. ;-)

Nach einer Weile bat ich ihn, zu kontrollieren, ob ich alle Unterlagen dabei habe. Er guckte mich ein bisschen fragend an, hatte er doch gesehen, wie ich am vorherigen Abend am Tisch saß und alles eintütete. Ein Blick in mein Gesicht und schon schaute er nach. Nichts fragend, schmunzelnd. ;-) Nach einer weiteren Weile bat ich ihn nachzuschauen, ob ich mir die Zeit richtig gemerkt habe. Dieses Mal schaute er nicht erst in mein Gesicht sondern gleich nach. Wieder schmunzelnd, stand der Termin doch schon seit einer Weile genau so im Kalender. ;-)

Wir fanden die Botschaft recht zügig zwischen Japan und Norwegen und Finnland und den USA. Da unmittelbares Parken davor den Botschaftsangehörigen vorbehalten war, fuhr der große Mitbewohner mit Paula von dannen. 
Ich begehrte Einlass und erhielt ihn dann auch durch die erste Gittertüre und, nachdem mein Ausweisbild mit meinem  Antlitz verglichen und offensichtlich eine Übereinstimmung festgestellt wurde, auch durch die zweite Gittertüre. Vorher noch Tasche in ein Schließfach legen, metallischen Schmuck ebenfalls und dann auf mit mir ins Innere des Hauses, auf deutschen Boden eben. Dort hielt ich mich ca. 2 Sekunden auf, bis mir nämlich einfiel, dass ich die Geldkarte vom großen Mitbewohner ja noch brauche. Mit meiner Maestro-Card kann man in der Deutschen Botschaft nicht bezahlen. Also kehrt mit mir, Durchgang Gittertüre 2, Tasche aus dem Schließfach geholt, Botschaft durch Gittertüre 1 verlassen, Handy ans Ohr, den großen Mitbewohner anrufen. Er kam und brachte mir seine Karte. Wieder rein mit mir in die Botschaft, Gittertüre 1, Tasche wegschließen, Gittertüre 2.
Ich war enttäuscht, als ich den Eingangsbereich betrat. Ein Warteraum. Mit Tisch und Stühlen. Mit einem Fotoautomat. Mit Spielecke. Und mit drei Schaltern, davon einem mit Extra-Türe. Irgendwie hatte ich mehr erwartet, kein Abbild eines deutschen Amtes.

Ich bekam mit, dass ein Mann einen Antrag auf einen Pass stellte. Natürlich hatte er, wie ich auch, seine Geburtsurkunde mit. Diese war jedoch zu alt für die Botschaftsmitarbeiterin. Was das bedeutet. Nun? Sinngemäß lautete die Begründung so, dass man eine Geburtsurkunde vorweisen muss, die man quasi als Erwachsener angefordert hat. Das musste der Mann dann noch tun. Glücklicherweise hat er die Möglichkeit, dass das Standesamt die Urkunde direkt an die Botschaft faxen oder mailen kann. Wenn das Standesamt das möchte natürlich. Sieht die Botschaft den amtlichen Absender, dann darf sie die Urkunde verwenden. Würde ein Freund die Urkunde abholen und sie faxen, dann geht das nicht.

Jedenfalls war ich dann an der Reihe. Ich legte die Unterlagen in das Schalterschiebefach…und stellte fest, dass die Fotos nicht mehr dabei waren. Der große Mitbewohner hatte sie doch bei seiner Kontrolle aufs Genaueste inspiziert! Sie mussten da sein. Vielleicht lagen sie im Auto?
Außerdem hatte ich bei dem Mann mit der zu alten Geburtsurkunde mitbekommen, dass man bei der Kartenzahlung unterschreiben muss. Also fragte ich die Frau direkt danach. Ja, dem ist so. In der Botschaft ist Kartenzahlung mit der PIN nicht möglich. Da stand ich da. Ich konnte ja nicht für den großen Mitbewohner unterschreiben! Glücklicherweise war ich wohl nicht die Erste mit diesem Problem. Flugs hatte die Botschaftsmitarbeiterin eine Kopie mit einer Wegbeschreibung zum nächsten Bankautomaten dabei. Sie würde inzwischen die Unterlagen eingeben, während ich mich auf die Suche nach den Fotos und Bargeld machen würde. Ich verließ also den Schalterraum, ging durch die Gittertür 2 in den Einlassbereich und sah mich dort auf der Erde liegen, zumindest meine Fotos. Zurück in das Botschaftshaus mit mir – nachdem ich wieder durch die Gittertüre 2 hinein gelassen wurde.
Ich gab das Foto ab und machte wieder kehrt in Richtung Botschaftsausgang. Gittertüre 1, Tasche, Schmuck, Gittertüre 2 und Handy ans Ohr. Der große Mitbewohner kam angefahren, lud mich ein und wir holten das Geld ab. Rückfahrt zur Botschaft. Gittertüre 1, Tasche, Schmuck wegschließen, durch Gittertüre 2 gehen. Im Inneren der Botschaft wartete ich dann noch ein paar Minuten und die Botschaftsmitarbeiterin kam und bat mich an den Schalter, damit ich Fingerabdrücke abgeben und Unterschriften leisten konnte. Dass dabei aus meinen drei Augenfarben zwei gemacht werden mussten, weil in den Pass eben nur zwei Farben eingetragen werden können, sei nur am Rande erwähnt.

Ich fragte dann auch nach, ob sie wisse, warum für die schwedische Körkort der Pass erforderlich ist, wenn doch da nix anderes drin steht als in der nationalen ID-Karte. Sie schüttelte verneinend den Kopf, sie habe keine Ahnung, die Schweden haben das so festgelegt. Nun ja, hätte ja sein können. (Ich werde dann wohl, natürlich nach dem Erhalt meiner schwedischen Körkort ;-), mal beim Transportstyrelsen nachfragen. Es interessiert mich einfach zu sehr.)
Schließlich bezahlte ich noch 820 SEK (Nach meinen Berechnungen laut Homepage Deutsche Botschaft hätte es mehr sein müssen. Doch ich habe da mal nicht nachgefragt, ;-) ) und verließ beschwingt die Schalterhalle und damit das Botschaftsgebäude. Ich schritt durch Gittertüre 2 als sie sich für mich öffnete, legte meinen Schmuck wieder an, schnappte mir meine Tasche aus dem Schließfach und ging dann ein letztes Mal durch die Gittertüre 1, zurück auf schwedischen Boden. :-)
Es folgte ein weiteres Telefonat mit dem großen Mitbewohner für heute, dass ich nun abhol- und heimfahrbereit sei.
Und dann verließen wir Stockholm umgehend in Richtung Dalarna und Ruhe. ;-)

Erwähnen möchte ich noch, dass die Botschaftsmitarbeiterinnen sehr freundlich waren. Ja, das sollte normal sein. Weil es das eben nicht überall ist, erwähne ich es ausdrücklich an dieser Stelle. :-)

Herzliche Grüßels von Anneke

Kommentare:

  1. Bei der deutschen Gründlichkeit hätte es auch viel, viel schlimmer kommen können. Sei froh, daß du wieder einen Schritt vorwärts gekommen bist und deinem Ziel etwas näher gekommen bist. M.

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    1. Das stimmt natürlich. Und soooo schlimm war es ja auch gar nicht. ;-)

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  2. Es ist herrlich deine Texte zu lesen :-)
    lachtränenindenaugenhabende I. aus G bei C usw.

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    1. Ich habe auch viel Freude beim Schreiben. :-) Manchmal lache ich dabei auch laut auf. :-) Ob manche Dinge so nur mir passieren? ;-)

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  3. Du machst Sachen.......soviele Gittertüren. So wie Du früher geredet hast, schreibst Du auch. herrlich! Hab zum Glück noch viel zu lesen, immer mit Pause wegen Lachpippi im Auge.
    E. aus immernoch in C

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  4. Isch abe geine Ahnung, werr Du bist. Aber schön, wenn ich Dich zum Lachen bringen kann. :-)

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