Donnerstag, 2. Februar 2017

Die Schweden und ihre Bußgelder

Aus gegebenem Anlass möchte ich Euch heute über schwedische Verkehrsregeln und was passiert, wenn Ihr diese nicht einhaltet, berichten.

Wenn Ihr so etwas am Straßenrand stehen seht...


...dann überlegt blitzschnell (kleine Wortspielerei), wie schnell Ihr gerade fahren dürft. Wisst Ihr es nicht, dann "Viel Glück!" Das ist nämlich ein schwedischer Blitzer. Seid Ihr zu schnell gefahren, dann wird es teuer...

Anders als in Deutschland unterscheiden die Schweden zwischen Straßen, auf denen bis 50 km/h (A) erlaubt sind und Straßen, auf denen über 50 km/h (B) erlaubt sind.
Schon eine Geschwindigkeitsübertretung (nach Abzug der Toleranz) von 1 km/h auf Straße A kostet 2000 Kronen (rund 220 €)
Seid Ihr nach Abzug der Toleranz immer noch 11 km/h schneller als erlaubt, dann kostet Euch das mal eben 2400 Kronen, also rund 260 Euro. Und je schneller desto teurer, zwar gestaffelt, doch eben teurer.
Bei Straßen, auf denen über 50 km/h gefahren werden dürfen, ist es weniger "teuer", ein bisschen. Da schlägt eine Übertretung (Müsste das nicht Überfahrung heißen?) von 1 km/h mit "nur" 1500 Kronen (rund 160 €) zu Buche. 11 km/h zu viel kosten "nur" 2000 Kronen (rund 220 €).
Seid Ihr mehr als 30 km/h zu schnell auf Straße A? Her mit 4000 Kronen (rund 440 €)
Wenn Ihr auf Straße B mehr als 35 km/h zu schnell seid, kostet es ebenso viel.
Also überlegt Euch das mit dem zu schnell fahren in Schweden. Und überhaupt. ;-)

Die stationären Blitzer werden in Schweden angekündigt. Und zwar so:


Manchmal steht noch eine Kilometerangabe unter dem Schild, auf wie vielen Kilometern ein Blitzer kommen könnte. Dann kommt auch ein Blitzer. Oder sogar mehrere. Darauf könnt Ihr wetten. :-)
Gerüchte behaupten, die Blitzer würden nicht den ganzen Tag gehen. Doch darauf verlasse ich mich nicht.
Es gibt in Schweden auch transportable Blitzer. Allerdings ist deren Häufigkeit (noch) nicht soo hoch.

Solltet Ihr über eine rote Ampel fahren und dabei ertappt werden, dann sind 3000 Kronen (rund 330 €) fällig.

Nicht-angeschnallt-sein von Menschen über 15 Jahren kostet 1500 Kronen (rund 160 €) und sind Menschen unter 15 Jahren im Auto nicht angeschnallt, bezahlt Ihr 2500 Kronen (rund 270 €).

Habt Ihr abends beim Grillen ein Bierchen getrunken und dann fällt Euch ein, dass die Zahnpasta alle ist und Ihr schnell nochmal einkaufen fahren müsst - Vorsicht! In Schweden sind nur 0,2 Promille erlaubt! Es gibt keine festgelegten Geldstrafen. Da ist Ratzfatz der Führerschein weg. Es drohen Geld- und Gefängnisstrafe (in Abhängigkeit von Vordelikten, Gefährdung des Straßenverkehrs u. a.).

Handybenutzung ohne Freisprechanlage während der Fahrt? Besser nicht. Sehen die Kontrolleure eine Gefährdung des Straßenverkehrs (und die werden sie sehen), dann seid Ihr mit bis zu 450 Euro dabei - je nachdem, was bei einer behördlichen Prüfung festgelegt wird.

Innerhalb der EU werden Bußgelder über Ländergrenzen hinweg eingetrieben...

Wenn Ihr noch mehr wissen möchtet...dann schaut HIER AUF DEUTSCH (AUSZUG) und HIER AUF SCHWEDISCH.

Ihr seht, die Schweden langen bußgeldtechnisch ein bisschen mehr zu als die Deutschen. Hält das die Schweden vom Rasen ab? Nein, nicht alle.
Und beim nicht-blinken-beim-Abbiegen im KREISVERKEHR oder in Nebenstraßen gilt: Wo kein Kontrolleur da auch kein Bußgeld. Blinken wird völlig überbewertet. :-(

An dieser Stelle sei noch schnell auf meine Verkehrsschildersammlungposts in zwei Teilen (TEIL 1 und TEIL 2) hingewiesen. Auch wenn es da mehr um das Aussehen der Schilder geht. ;-)

Und zum Schluss: Meine Angaben sind ohne Gewähr. ;-)

Herzliche Grüßels von Anneke

EDIT: Zum Thema Handybenutzung beim Auto fahren in Schweden...
Es ist einerseits laut Gesetz nicht ausdrücklich verboten.
Allerdings entscheidet andererseits die Polizei vor Ort darüber, was verkehrsgefährdend ist wenn sie Euch anhält. Sowas nennt man dann wohl "Ermessensspielraum". Und der ist wirklich sehr schlecht einzuschätzen...
HIER steht was dazu und HIER.

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