Samstag, 18. Juli 2015

"Pesern" ;-)

Habt Ihr Euch gestern über das Wort „pesern“ gewundert? Oder habt Ihr gar nachgeschlagen, was es bedeutet? ;-) Und? Was ist dabei heraus gekommen?
Dazu gibt es eine kleine Geschichte…

Pesern.
Ich habe jedenfalls nichts niedergebrannt, wie es in manchen Wörterbüchern geschrieben steht.
Für mich bedeutet pesern, so ein bisschen im Feuer herum zu stochern, ohne dass es sein müsste, oder an Kerzen die äußere Schicht immer nach innen zu klappen oder ähnlich kleine Dinge. Nichts mit brandschatzen oder eben niederbrennen. ;-)

Ich kenne das Wort „pesern“ von meiner Großmutter („Ernachen“, mit bürgerlichem Name Erna ;-) ). Sie stammte aus Ostpreußen und ist zum Ende des Krieges nach ihrer Flucht aus Königsberg in Sachsen gelandet. Von ihr stammen auch die Wörter „Marjellchen“ und „dammlig“ (entspricht „dämlich“ ;-) ). Letzteres benutze ich ganz gerne, indem ich sage „…oder wie mein Großmütterchen gesagt hätte, ‚Stell Dich nicht so dammlig an!‘“ Im Moment fallen mir nicht mehr typische Wörter ein, die sie verwendet hat. Doch es waren mehr, das weiß ich.

Zurück zum Wort „pesern“.
Ich war einmal bei meiner Freundin H. zu Besuch. Es gab etwas zu feiern. Dort traf ich auf einen alten Mann, der, wie sich im Laufe des Gespräches herausstellte, ebenfalls aus Ostpreußen stammte. Da meine Großmutter schon ein paar Jahre tot ist, freute ich mich riesig, diesen typischen Dialekt zu hören…das rollende R (das ich nicht kann) und ch sauber gesprochen… Einfach schön, weil es irgendwie so vertraut war. Wir unterhielten uns über dies und das. Als dann jemand an einer Kerze herum spielte, wies ich scherzhaft darauf hin, dass sie doch das pesern sein lassen sollte. ;-)

Ein paar Wochen später bekam ich Post über meine Freundin H.. Der Briefumschlag enthielt ein Buch, in dem der Mann ganz viele kleine Geschichtchen und Erinnerungen aus seiner Kindheit und Jugend in Ostpreußen aufgeschrieben hat.
Und es lag dem Buch ein kleiner Zettel bei, der mich zu Tränen gerührt hat. Auf ihm stand u. a. geschrieben, dass ich ihm ein Wort seiner alten Heimat wieder gegeben habe. Er hatte „pesern“ schon ganz vergessen. Und als er es mich sagen hörte, sei es wieder aus seiner Erinnerung aufgetaucht. Dafür bedanke er sich sehr bei mir. Und deswegen und weil ich einen Bezug zu Ostpreußen habe, schenke er mir sein BUCH. Schön oder!? :-)

Herzliche Erinnerungs-Grüßels von Anneke

Kommentare:

  1. Ich weiß noch ein Wort: Flinsen! Na, was war das?
    KTJ

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    1. Also wenns nicht verhunnepiepelte Plinsen sind, dann weiß ich es nicht. :-( Erbitte dringend Auflösung wegen großer Neugierde. ;-)

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  2. Das Großmütterchen hat Plinsen gesagt? Ich dacht Flinsen? Naja, die Dinger halt ...

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  3. Ich hab noch was ... pischen ...

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